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Die Bank hat gerechnet. Eine Zahl erscheint auf dem Bildschirm, ohne Besichtigung, ohne ein Wort über Ihr Haus selbst. Vielleicht passt sie zu dem, was Sie erwartet hätten. Vielleicht auch nicht – dann bleibt eine Frage im Raum: Woher weiss ein Computer, was mein Haus wert ist? Er war ja nie hier. Diese Seite zeigt, was hinter dieser Zahl steckt. Woher sie stammt, wie genau sie wirklich ist – und bei welchen Häusern sie an ihre Grenzen stösst.
Wie genau ist diese Zahl wirklich?
| Kennzahl | Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| Erklärungsgehalt (R²) | 0,813 Einfamilienhaus · 0,857 Eigentumswohnung | Wie gut das amtliche Modell den Preis statistisch erklärt |
| Abweichung unter 25 Prozent | knapp vier von fünf Objekten | So oft lag die Modellschätzung nahe am tatsächlichen Verkaufspreis |
| Steuerwert Kanton Zürich | 70 bis 100 Prozent des Verkehrswerts | Eigene Formel (Landwert + Zeitbauwert), Spanne laut Kanton |
| Altersentwertung (ZH-Gebäudewert) | 1 Prozent pro Jahr, höchstens 40 Prozent | Neu ab Steuerperiode 2026, bisher höchstens 30 Prozent |
Wie funktioniert die hedonische Bewertung einer Immobilie?
Eine hedonische Bewertung – der Name kommt vom griechischen hēdonē (Freude, Genuss); gemeint ist der Nutzen einzelner Merkmale – behandelt Ihr Haus als Bündel einzelner Eigenschaften: Fläche, Baujahr, Zustand, Lage bis hin zur Anbindung an den öffentlichen Verkehr oder zur Seesicht.1 Jede Eigenschaft verändert den Preis im Durchschnitt nach oben oder unten. Wie stark, lässt sich kaum direkt beobachten. Eine Regression – ein statistisches Rechenverfahren – schätzt es aus Zehntausenden tatsächlichen Verkäufen heraus.1
Das Bundesamt für Statistik nutzt diesen Ansatz für seinen amtlichen Immobilienpreisindex, kombiniert mit einer Gruppierung nach Objekt- und Gemeindetyp.1 Sein Modell für Einfamilienhäuser zählt 78 solche Merkmale: von der Grundstücksfläche über die Steuerbelastung bis zur Sicht auf See oder Berge.1
Kauf- und Verkaufspreise werden in der Schweiz nicht amtlich offengelegt. Das Bundesamt erhebt seine Daten deshalb direkt bei den grössten Hypothekarinstituten.1
Was das für Sie heisst: Die Zahl aus einer Online-Bewertung oder Bankschätzung stammt nicht aus einer Besichtigung Ihres Hauses, sondern aus dem rechnerischen Vergleich mit vielen ähnlichen Verkäufen.
Ihre eigene Bewertung mit Netto-Rechnung geht weiter als eine Modellzahl: mit Besichtigung, Vergleichsobjekten und dem, was nach Steuer und Kosten für Sie bleibt.
Lieber reden? +41 76 325 11 95 – Sie sprechen direkt mit Dominik Devaja.
Wie genau ist eine hedonische Schätzung wirklich?
Beim amtlichen BFS-Modell weicht der geschätzte Preis bei knapp vier von fünf Objekten um weniger als 25 Prozent vom tatsächlichen Verkaufspreis ab.1 Bei den übrigen Objekten findet sich vermehrt ein sehr hoher Transaktionspreis, den das Modell eher unterschätzt.1 Diese Zahl gilt nur für das amtliche Indexmodell: Das Bundesamt für Statistik baut seine Modelle in erster Linie für die mittlere Qualität eines Preisindex, nicht um einzelne Häuser zu bewerten.1
Ein grosser Schweizer Anbieter nennt öffentlich eine eigene Grössenordnung: Die Schätzung könne bis zu 20 Prozent vom tatsächlichen Marktwert abweichen.3 Das ist eine Angabe des Anbieters, keine amtliche Messung. Beide Zahlen gehören nebeneinander, nicht gegeneinander.
Die Methode stösst an ihre Grenzen, wenn zu wenige vergleichbare Verkäufe vorliegen: bei denkmalgeschützten Häusern, Luxusdomizilen oder sehr grossen Grundstücken.3 Ein Finanzberatungsunternehmen nennt zusätzlich grossen Umschwung, direkten Seeanstoss und die Landwirtschaftszone als Grenzfälle.4
Was das für Sie heisst: Gehört Ihr Haus zu diesen Fällen, braucht es eine individuelle Einschätzung statt einer reinen Modellzahl.
Was unterscheidet Verkehrswert, Belehnungswert und Steuerwert?
Drei Werte werden oft verwechselt. Der Verkehrswert, auch Marktwert genannt, ist der Preis, den eine Käuferin unter normalen Bedingungen innert eines Jahres voraussichtlich zahlen würde.2 Für selbstgenutztes Wohneigentum rechnet die Bank mit diesem Wert.2
Der Belehnungswert ist eine andere Zahl: die Grundlage, auf der die Bank Ihre Hypothek berechnet.2 Beim Kauf gilt meist das Niederstwertprinzip: Es zählt der tiefere Wert von Schätzung und Kaufpreis. Zahlen Sie mehr als den Marktwert, den die Bank ermittelt, rechnet sie nur mit dem tieferen Wert. Bei Verkäufen zu einem Vorzugspreis innerhalb der Familie kann die Bank davon abweichen.2
Der Steuerwert ist eine dritte, eigene Grösse: die vom Kanton für die Vermögenssteuer festgelegte Zahl. Er muss im Kanton Zürich aufgrund der rechtlichen Vorgaben zwischen 70 und 100 Prozent des Verkehrswerts liegen.5 Berechnet wird er aus Landwert und Zeitbauwert.
Was das für Sie heisst: Der Steuerwert ist kein Verkaufspreis. Was beim Verkauf an Grundstückgewinnsteuer anfällt – berechnet auf dem Gewinn, nicht auf dem Steuerwert –, zeigt der Rechner für die Grundstückgewinnsteuer. Den genauen Betrag bestätigt Ihnen die Steuerverwaltung.
Ehrlich gesagt
Wann reicht eine Modellzahl nicht aus?
Für Standardobjekte ist die hedonische Methode gut dokumentiert: Das Bundesamt für Statistik veröffentlicht Modellgüte und Fehlerquote offen.1 Bei denkmalgeschützten Häusern, Luxusdomizilen, sehr grossen Grundstücken, direktem Seeanstoss oder Lage in der Landwirtschaftszone sehen UBS und VZ die Methode an ihre Grenzen kommen34.
Für ein einzelnes Haus nennen Anbieter höchstens grobe Grössenordnungen, etwa «bis zu 20 Prozent»3. Eine amtliche Messung für Einzelobjekte gibt es nicht.
Für Töchter und Söhne
Sie recherchieren für Ihre Eltern?
Oft sind Sie es, die für die Eltern eine Online-Bewertung ausfüllen. Die Zahl kommt schnell – die Erklärung dazu selten. Zeigen Sie Ihren Eltern zuerst, woher sie stammt und wo sie an ihre Grenzen stösst, bevor jemand sich darauf verlässt. So bleiben Sie die Tochter oder der Sohn, der einordnet, nicht die Person, die entscheidet.
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Was hilft Ihnen nach der Modellzahl weiter?
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Was fragen Eigentümer sonst noch?
Was ist eine hedonische Bewertung?
Eine Methode, die aus Zehntausenden echten Verkäufen herausrechnet, wie stark einzelne Merkmale wie Fläche, Baujahr oder Lage den Preis verändern. Der Name kommt aus dem Griechischen für «Nutzen».
Wer entwickelt und nutzt hedonische Modelle in der Schweiz?
Das Bundesamt für Statistik für seinen amtlichen Preisindex, dazu Banken und spezialisierte Anbieter für eigene Schätzungen und Hypotheken.
Ist der Steuerwert dasselbe wie der Verkehrswert?
Nein. Der Steuerwert muss im Kanton Zürich aufgrund der rechtlichen Vorgaben zwischen 70 und 100 Prozent des Verkehrswerts liegen5 und wird nach einer eigenen Formel berechnet. Den genauen Betrag bestätigt Ihnen die Steuerverwaltung.
Welche Häuser lassen sich mit der hedonischen Methode schlecht einschätzen?
Häuser mit zu wenigen vergleichbaren Verkäufen: denkmalgeschützte Häuser, Luxusdomizile, sehr grosse Grundstücke oder direkter Seeanstoss.
Reicht eine Online-Schätzung für den Verkauf?
Als erste Orientierung ja, als Verkaufspreis nein. Dafür braucht es eine Besichtigung und die Bewertung mit Netto-Rechnung.
Was kostet die Bewertung mit Netto-Rechnung?
Nichts. Die Bewertung ist kostenlos und unverbindlich, auch wenn Sie am Ende nicht verkaufen.
Quellen
- BFS, Methodenbericht Qualitätsbereinigungsverfahren Wohnimmobilienpreisindex · Neuchâtel 2020, abgerufen 08.10.2026
- Schweizerische Bankiervereinigung: Richtlinien für die Prüfung, Bewertung und Abwicklung grundpfandgesicherter Kredite · Fassung 13.12.2023, in Kraft seit 1.1.2025
- UBS: Hedonic estimation · 07.06.2024, abgerufen 08.10.2026
- VZ VermögensZentrum: Wann wird die hedonische Methode angewendet? · abgerufen 08.10.2026
- Kanton Zürich: Liegenschaftenneubewertung 2026 · abgerufen 08.10.2026
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